Dafür muss das Konzert noch nicht einmal begonnen haben: Allein schon die aufgebaute Bühne, der Sitzplatz im Konzertsaal gibt uns das Gefühl von intensivem Erleben. Selbst wenn wir scheinbar „nur“ zuhören, nehmen wir ein Konzert als besondere Erfahrung für alle Sinne wahr. 

Das steigert sich, wenn es noch eine Wechselwirkung
zwischen Sehen und Hören gibt.

Dann empfinden wir das Erlebte als noch positiver, sei es bei einer Oper, sei es bei einem Open-Air-Konzert. Dort sind die optischen Reize der Umgebung nicht so stark ausgeblendet wie in einem geschlossenen, abgedunkelten Saal.
Wenn wir gemeinsam 
Musik hören oder musizieren, fühlen wir uns einander näher, sagt Neuropsychologin Annemarie Seither-Preisler. 
Im Gehirn wird – wie beim Sex oder einer Geburt –, das Hormon Oxytocon ausgeschüttet, das signalisiert: „Du kannst jetzt Vertrauen haben, wir sind eine Gruppe.“

Dieses Miteinander ist es, was legendäre Open-Air-Kulissen so magisch macht.