Im Mittelalter rückten
christliche Vorstellungen an die
Stelle der Mathematik. 
Und veränderten damit das 
Verhältnis von Architektur 
und Musik.

Die Grundlage für
den Kirchenbau der
Gotik legte die These
„Gott ist Licht.“

Abt Suger formulierte sie im 
12. Jahrhundert und forcierte 
die Errichtung der Kathedrale 
von Saint Denis bei Paris. 
Deren bunt durchgläserter Chor, 
statisch ermöglicht durch 
ein zuvor nie dagewesenes, 
filigranes System aus 
Stützen und Streben, setzte 
für Jahrhunderte Maßstäbe.
Ein Wettstreit um immer
lichtere Gotteshäuser begann.
Er mündete in der immer
extremer nach oben strebenden
Kirchenarchitektur der Gotik.
Der Drang nach Höhe in den 
Kathedralen und die Choräle der 
Mönche bestimmten ein neues 
Verhältnis von Musik und 
Baukunst: Entscheidend war, 
wie intensiv sich die Musik auf 
alle Raumpunkte und in alle 
Richtungen verteilen konnte. 
Der Lobgesang Gottes.